„Die Lage ist ernst. Zu viele Kinder drohen schon am Anfang ihres Bildungswegs den Anschluss zu verlieren. Wir brauchen ein umfassendes städtisches Bildungsprogramm, das diesen Namen auch verdient – mit einem klaren Schwerpunkt auf wirksamer Sprachförderung“, fordert Stadtrat Dr. Martin Oberndorfer.
Bereits am 5. Februar 2026 wurde über eine Auswertung der Statistik Austria für die APA berichtet: Im Schuljahr 2024/25 hatte Wels unter Österreichs größeren Städten den höchsten Anteil an Volksschulkindern mit Deutschförderbedarf. Mehr als jedes vierte Kind benötigte entsprechende Unterstützung. Die neuen Ergebnisse beim Lesen und Rechnen unterstreichen den Handlungsbedarf.
Sprachförderung muss im Kindergarten beginnen
Das geforderte Bildungsprogramm soll schon im Kindergarten ansetzen: mit frühzeitiger, regelmäßiger Deutschförderung und ausreichend qualifiziertem Personal. Die Stadt muss sicherstellen, dass Sprachförderinnen und Sprachförderer verlässlich Zeit für die Arbeit mit den Kindern haben. Sie dürfen nicht als dauerhafte Personalreserve für Krankenstände oder andere Ausfälle eingeplant werden.
Schulen gezielt unterstützen
An den Schulen braucht es Investitionen in geeignete Gebäude und zusätzliche Förderräume sowie mehr Schulsozialarbeit und Assistenz. Die Stadt soll ihre Möglichkeiten als Schulerhalter konsequent nutzen und den Ausbau gemeinsam mit dem Land und der Bildungsdirektion vorantreiben. Das Programm braucht klare Ziele, einen Zeitplan und gesicherte Mittel.
„Wels ist mehr als schöne Parks und Feste. Es geht darum, welche Chancen die nächste Generation bekommt und wie unsere Stadt in 20 Jahren aussehen wird. Dafür müssen wir heute die richtigen Prioritäten setzen und in Bildung investieren“, betont Oberndorfer.
